OSENBERG - SPORTPRESSE
FUSSBALL-REPORT    BERGISCHE HANDBALL-ZEITSCHRIFT    MATCHBALL


QUANTITÄT STATT QUALITÄT?

23.06.26 DIE KRISE IM WUPPERTALER SPITZENSPORT - Es ist kein Geheimnis, dass der Spitzensport im Tal an Krücken geht. Kein einziger Klub im Fußball, Handball, Basketball und Eishockey ist im oberen Drittel der Bundesligen vertreten. Und auch im Nachwuchsbereich gibt es - bis auf wenige Ausnahmen - kaum Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Kein Wunder, dass die Wuppertaler Schulen in die Kritik geraten sind. Da kommt die Meldung gerade recht, dass die Bundesjugendspiele vor einer erneuten Kehrtwende stehen: Nachdem der klassische Wettkampfmodus an Grundschulen zuletzt zugunsten einer spielerischeren Umsetzung zurückgedrängt wurde, hat die Kultusministerkonferenz nun beschlossen, dass Schulen künftig wieder mehr Wahlfreiheit erhalten. Sie können selbst entscheiden, ob sie die Bundesjugendspiele leistungsorientiert oder spielerisch gestalten möchten.
Damit kehrt eine alte Debatte zurück: Wie viel Wettbewerb ist Kindern zuzumuten? Und kann es sogar pädagogisch sinnvoll sein, dass Schülerinnen und Schüler sich messen, gewinnen, verlieren und mit Enttäuschung umgehen lernen? Mentalcoach Michael von Kunhardt sieht gute Gründe, den Wettbewerb wieder stärker in die Schule zurückzuholen. Aus seiner Sicht geht es bei den Bundesjugendspielen nicht nur um Zeiten, Weiten und Urkunden, sondern um wichtige Lebenserfahrungen: Kinder lernen, sich anzustrengen, mit Nervosität und Druck umzugehen, Rückschläge auszuhalten und Stolz auf eigene Fortschritte zu entwickeln. Entscheidend ist dabei nicht, jedes Kind zum Sieger zu erklären, sondern Leistungserlebnisse so zu begleiten, dass sie Selbstvertrauen, Resilienz und Fairness fördern. 

BHC TERMINE IN DER OPEL-BUNDESLIGA

HANDBALL-DERBY IN GUMMERSBACH - Mitte September 2026 wird das Bergische Derby zwischen dem VfL Gummersbach und dem BHC stattfinden. Das sieht der neue Spielplan vor. Die Solinger starten mit einem Auswärtsspiel gegen den TVB Stuttgart am letzten August-Wochenende in die Saison (zwischen Donnerstag, 27., und Sonntag, 30. August). Das erste Heimspiel steigt am 2. oder 3. September gegen die SG Flensburg-Handewitt. Die weiteren Heimspiele in chronologischer Reihenfolge: Rhein-Neckar Löwen (5. bis 7. September), Füchse Berlin (17. bis 20. September), SC Magdeburg (8. bis 12. Oktober). Die neue Mannschaft sowie die Heimspielorte stehen noch nicht fest. 

15 SPIELER STEHEN FEST

21.06.26 FUSSBALL OBERLIGA - Am nächsten Sonntag (28.6.) startet der Viertliga-Absteiger WSV mit der Vorbereitung auf seine erste Saison in der Oberliga-Niederrhein. Nach der langen Pause stehen erst ein Torwart Foitios Adamidis und 14 Feldspieler fest. Doch wenn die ersten Testspiele beim Landesliga-Absteiger 1. FC Wülfrath (16.7.) und am 26.7. in Menden sowie der Hit gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (18. Juli, 14 Uhr, Stadion am Zoo). stattfinden, wollen der neue Trainer Tim Schneider und der neue Sportvorstand Lennart Strufe den Kader mit 22 oder 23 Spielern komplett haben. Viel wird davon abhängen, wenn die in der Vergangenheit in der Vorbereitung gemachten Fehler nicht mehr gemacht werden. Allerdings soll das Trainingspensum überraschend noch etwas reduziert werden. Schon in der Abstiegssaison wurde wie bei einem Oberligisten trainiert und nur abends, weil der Ex-Trainer als selbständiger Unternehmer (Gebäudereinigung) tagsüber kaum Zeit für den WSV hatte. Das hat sich geändert. Die Heimspiele sollen freitags am Zoo stattfinden.  Foto: WSV

METTMANN-SPORT ERNEUT SPITZENREITER

19.06.26 BARMENIA FAIR PLAY RANKING - Diese Saison kann Mettmann-Sport im Seniorenpokal punkten.


LARS HALFMANN ZU SEPPL HINTZE

18.06.26 HANDBALL IN SOLINGEN - Der Bergische HC muss in Zukunft auf seinen Trainer der Oberligamannschaft und der A-Junioren verzichten. Der 34-jährige Sohn des ehemaligen Wuuppertaler Bundesligisten (Kreisläufer, Kapitän) wechselt zum BHC-Konkurrenten Eisenach, wo bekanntlich Seppel Hintze als Cheftrainer arbeitet. Für Halfmann verstärkt der BHC seinen Nachwuchsbereich mit Daniel Haase. Er übernimmt zur kommenden Saison die Verantwortung für die U19-Junioren des BHC. Damit gewinnt der BHC mit Haase einen ausgewiesenen Experten in der Entwicklung junger Handballtalente. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Leistungsnachwuchs und kann dabei auf zahlreiche Erfolge im Jugendbereich zurückblicken, so der BHC.

CHRISTOPH BIERMANN: DIE TABELLE LÜGT IMMER"- EIN VORTRAG ÜBER FUSSBALL, ZUFALL UND DATEN

16.06.26 FUSSBALL VORTRAG - Journalist und Fußballexperte Christoph Biermann kam am 16. Juni als Gast in die Vorlesung „Die Kultur des Fußballs“ von Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Matías Martínez. Biermann, der unter anderem für das Magazin „11Freunde“ schreibt, begibt sich in seinem Vortrag auf die Suche nach dem Zufall im Fußball – er berichtet über Gespräche mit Trainern, Managern, Vereinsbesitzern und Mathematikern und darüber, was er bei diesen Begegnungen herausgefunden hat.

Warum die Tabelle nicht die Wahrheit sagt
Christoph Biermann beginnt seinen Vortrag mit einer provokanten These: „Die Tabelle lügt immer.“ Um dies zu verdeutlichen, startet er eine Blitzumfrage im Publikum: Wer glaubt, dass die Abschlusstabelle die wahre Leistung einer Mannschaft widerspiegelt? Die meisten Zuhörer bleiben skeptisch – ein Zeichen dafür, wie sehr Fußballfans um die Unberechenbarkeit ihres Sports wissen. Als Einstieg zeigt Biermann ein unterhaltsames Experiment: Lionel Messis „Crossbar Challenge“, bei der der Ausnahmefußballer versucht, die Torlatte zu treffen. Dieses Video leitet über zum Kernkonzept seiner Analyse: Expected Goals (xG). Während die Torwahrscheinlichkeit eines einzelnen Schusses berechnet wird, summieren Expected Goals die Torchancen eines Spielers oder Teams über eine Partie hinweg. Sie ermöglichen eine neue Perspektive auf Effizienz – jenseits der reinen Trefferzahl.
Ein prägnantes Beispiel ist die Karriere von Paco Alcácer, einem spanischen Stürmer, dessen Torquote in verschiedenen Ligen stark schwankte. Beim FC Barcelona traf er in seinen ersten 12 Spielen 12 Mal, während er in der Bundesliga beim BVB zunächst eine phänomenale Quote von 1,34 Toren pro 90 Minuten erreichte – doch seine Expected Goals lagen deutlich niedriger. Diese Diskrepanz zeigt: Tore sind nicht gleichbedeutend mit guter Leistung. Glück, Form und individuelle Fähigkeiten spielen eine große Rolle. Biermann führt das Konzept der Expected Points (xP) ein: eine Tabelle, die nicht auf Ergebnissen, sondern auf den tatsächlichen Torchancen basiert. Sie offenbart, welche Teams über- oder unterdurchschnittlich abschnitten – und entlarvt so die „Lügen“ der klassischen Abschlusstabelle.

Zufall, Daten und die Illusion der Kontrolle
Im Hauptteil seines Vortrags vertieft Biermann die Rolle von Zufall und Wahrscheinlichkeit im Fußball. Im Vergleich zu Sportarten wie Basketball oder Volleyball ist Fußball besonders unberechenbar: Ein großes Spielfeld, wenige Tore und viele Zweikämpfe machen ihn anfällig für Glücksmomente. Selbst Außenseiter können durch eine Serie günstiger Entscheidungen oder eine unerwartete Dynamik zum Meister werden. Doch der Fußball ist nicht nur Spielball des Glücks. Datenanalyse hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Biermann erzählt von seiner Begegnung mit Jim Towers, einem Pionier der Fußball-Datenwissenschaft. Towers, der einst behauptete, Ergebnisse interessierten ihn nicht – nur die Leistung –, wurde zum erfolgreichen Clubbesitzer (u. a. des FC Brentford in der Premier League). Seine Philosophie: Fußball als Wahrscheinlichkeitsspiel verstehen und durch kluges Taktieren die eigenen Chancen maximieren.
Heute nutzen viele Vereine Expected Goals und Expected Points, um Transfers zu bewerten oder Spielstrategien anzupassen. Doch Biermann warnt: Daten sind nur ein Werkzeug. Selbst Spitzenstürmer wie Harry Kane übertreffen ihre xG-Werte regelmäßig, während andere Spieler darunter bleiben. Zudem spielen Faktoren wie Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen oder psychologische Effekte eine Rolle – Dinge, die sich nicht in Algorithmen pressen lassen.
Sein Fazit: Fußball bleibt ein Spiel der Emotionen und Überraschungen. Daten können helfen, Muster zu erkennen, aber sie erklären nicht alles. Die wahre Kunst liegt darin, beide Welten – die der Statistik und die der menschlichen Faktoren – in Einklang zu bringen. Denn was macht den Fußball zur beliebtesten Sportart auf diesem Planeten? „Wir gucken dem Schicksal bei der Arbeit zu“, lautet die anschauliche Antwort des Christoph Biermann. Und kommen wir da zu seinem Herzensclub, dem VfL Bochum, der vier Spielzeiten in der 1. Bundesliga mitmischte und dreimal den FC Bayern München schlagen konnte.

Warum Fußball mehr ist als nur Zahlen

Christoph Biermanns Vortrag gipfelt in einer klaren Botschaft: Fußball ist und bleibt ein Spiel des Zufalls. Die Tabelle mag die Realität abbilden – aber sie lügt, wenn sie vorgibt, die wahre Stärke einer Mannschaft widerzuspiegeln. Expected Goals und Expected Points bieten wertvolle Einblicke, doch sie sind kein Allheilmittel. Biermann plädiert dafür, den Fußball nicht nur als Datensatz zu sehen, sondern als Sport, der von Geschichten, Emotionen und unerwarteten Wendungen lebt. Daten können Transparenz schaffen, aber sie dürfen nicht die Magie des Spiels zerstören. Sein Buch „Die Tabelle lügt immer“ zeigt: Erst wenn wir den Zufall akzeptieren, verstehen wir den Fußball wirklich.

Für Fans bedeutet das: Genießt die Unberechenbarkeit! Für Verantwortliche in Vereinen heißt es: Nutzt Daten als Hilfsmittel – aber vergesst nie die menschliche Komponente. Denn am Ende geht es im Fußball nicht nur um Punkte, sondern um Leidenschaft, Dramatik und die Momente, die sich keiner Statistik fügen. Text und Foto: Odette Karbach

TOP TEN TORJÄGER REGIONALLIGA BIS KREISLIGA B

Regionalliga West
Platz Spieler  - Verein Tore

1. Eduard Probst - SV Rödinghausen 19
2. Leon Demaj - Sportfreunde Lotte 15
2. Yassin Ben Balla - FC Schalke 04 II 15
4. Deniz Bindemann - Fort. Düsseldorf II 14
4. Enzo Wirtz SC - Fortuna Köln 14
4. Jan Urbich - Bor. Mönchengladbach II 14
4. Patrik Twardzik - FC Gütersloh 14
8. Dustin Wilms - Sportfreunde Siegen 13
9. Hamadi Al Ghaddioui - SC Fortuna Köln 12
10. Luis Hartwig - VfL Bochum II 11


Bezirksliga Gruppe 2
Platz Spieler - Verein Tore

1. Alphonso Henock Manata - FSV Vohwinkel 35 
2. Davide Mangia - RW Wülfrath 33
3. Alen Vincazovic - TUSPO Richrath 26
4. Alessio Mangia - BV Gräfrath 24
5. Niklas Dörrier - FSV Vohwinkel 23
6. Nermin Hadzic - Viktoria Rott 21
7. Max Niklas Zäh - SV Solingen 20
7. Gianluca Gagliardi - TUSPO Richrath 20
9. Ismail Cakici BV - Gräfrath 19


Kreisliga A
Platz Spieler - Verein Tore

1. Tim Domann - SC BB Barmen 38
2. Fabian Helmes - SV Velbert 27
3. Ariman Khalo - GW Wuppertal 25
3. Tobias Freese - FC Mettmann 25
5. Ruslan Zinakov - SC Sonnborn 23
6. Joshua Effenberger - SV Velbert 19
7. Niklas Nauß - TSV Dornap 17
7. Giuseppe Sparacio - SSVg Heiligenhaus 17
9. Leon Richarz - SV Jägerhaus Linde 16
9. Mika Höhl - SV Velbert 16


Kreisliga B
Platz Spieler - Verein Tore

1. Adriano Toch - SV Heckinghausen 57
2. Steven Winterfeld - TFC Wuppertal 50
3. Furkan Er - TFC Wuppertal 47
4. Mohamed El Abdouni - VfL Wuppertal 22 38
5. Frederic Lühr - TSV Gruiten 37
6. Steven Linder - Wuppertaler SV II 34
7. Yassin El Ghanou - TVD Velbert II 30
8. Nabil Azouagh - TFC Wuppertal 25
9. Sanaba Niabaly - Fort. Wuppertal II 23
10. Florian Günther - TSV Union Wuppertal 22

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